LE BARESTOVINO – MUNICH

Seit 2005 gibt es das „Le Barestovino“ schon in München. Das im Lehel gelegene französische Restaurant hat ein besondere Auswahl an Weinen und ein interessantes sowie ungewöhnliches Raum-Konzept. Wenn man das „Le Barestovino“ nämlich betritt und über die Stufen nach oben gelangt, steht man zunächst eigentlich im „Le Bouchon“.

Der Inhaber Joel Bousquet hat dies hier nachträglich zum Restaurant dazu einrichten lassen. Seitdem wird der Gast hier mit klassisch-französischer Bistroküche und einer Auswahl an offenen Weinen verwöhnt. Nicht dass der geschmackliche Aspekt schon vollkommen genügen würde, die Preise sind hier auch noch mehr als fair gestaltet.

Ich und mein Liebster haben uns dazu entschieden den Valentinstag zu nutzen und uns das „La Barestovino“ mal genauer anzusehen. Nachdem wir freundlich in Empfang genommen wurden und den Mantel abgelegt haben, schreiten wir einen kleinen Gang hinunter in einen großen gewölbten Gastraum. Obwohl die Stimmung bei den Gästen gehoben scheint ist es angenehm ruhig im Restaurant. Man fühlt sich sofort wohl und wird von dieser tiefen Gelassenheit und Intimität, die hier wirkt angesteckt.

Wir werden an einen dezent gedeckten Tisch geleitet und werfen gespannt einen Blick auf das vorliegende Valentin’s-Menü. Wir entscheiden uns gegen eine Weinbegleitung und nehmen dafür auf Empfehlung eine 0,375l Flasche Gigondas Tradition le Grand Montmirail von 2011. Denn – Don’t Drink & Drive!

 

AMBIENTE:

Das „Le Barestovino“ liegt im Lehel von München und strahlt schon von Außen eine gewisse Wärme aus. Beim Betreten des Restaurants wird schnell deutlich, hier wurden schon sehr viele Flaschen Wein getrunken! Direkt am Eingang werden die sich türmenden Flaschenkorken durch eine Glasscheibe ersichtlich – für mich eine tolle stilistische Idee, die mir zeigt, dass der Besitzer viel Liebe zum Detail und Humor besitzt. Oben im „Le Bouchon“ wirkt alles sehr gemütlich und herzlich, warmes Licht durchflutet den Raum, Weinflaschen schmücken die Wände, schönes Holz und bordeauxrote Wände. Wer bis jetzt nicht bemerkt hat, dass es sich um ein französisches Restaurant handelt, der hat es spätestens jetzt mitbekommen! Im hinteren Teil des Restaurants hält sich trotz hohem weißen Gewölbe alles in grauen, schwarzen und bordeauxroten Akzenten. Selbst die Tischdecken sind grau. Mir war das für den Abend ein bisschen zu dunkel gestaltet, aber es wirkte trotzdem nicht so erdrückend, dass man sich unwohl fühlte. An den Tischen wird sich vertieft unterhalten und selbst wenn man direkte Tischnachbarn hat, ist hier jeder entspannt für sich.

 

KOMFORT:

Im „Le Barestovino“ lässt es sich sehr angenehm sitzen. Hier bleibt man gerne mit einem guten Weinchen und tollen Gesprächspartnern bis spät in die Nacht sitzen. Die Atmosphäre im Restaurant ist sehr intim und man fühlt sich als Gast sehr geborgen, was meines Achtens selten im Restaurant vorkommt. Die Tische sind angenehm groß, auch die Abstände zwischen den Tischen sind perfekt abgestimmt. Man hat nicht das Gefühl, dass man zu nah am anderen Tisch sitzt und nimmt trotzdem noch teil am Geschehen um einen herum.

 

SERVICE:

Wir fühlten uns sehr wohl an diesem Abend, was sicherlich auch an dem tollen Serviceteam lag. Wir wurden sehr nett in Empfang genommen, von Anfang an sehr aufmerksam bedient. Wir hatten das Gefühl beim Wein sehr gut beraten zu werden und waren dann auch sehr zufrieden mit der Empfehlung. Alles in Allem ist der Service hier top und schafft einen tollen Spagat zwischen Diskretion, Professionalität und Humor. Ich persönlich finde es zum Beispiel sehr wichtig, dass der Wein am Tisch aufgemacht wird, dass der Service direkt auf Fragen eingehen kann und eine gute Antwort parat hält, es dem Service auffällt, wenn die Gäste eine kurze Pause machen möchten und dann auch zeitgemäß (ohne lange Wartezeit & Aufforderung) das Dinner fortgesetzt werden kann. All das ist bei dem Serviceteam im „Le Barestovino“ erstklassig wiedergegeben worden und noch vieles mehr – hier merkt man einfach, dass der Service ein Erlebnis aus einem Abend machen möchte und das nötige Wissen dafür besitzt.

 

ESSEN:

Unser Menü war ein Gedicht. Kurze Facts: 4-Gänge-Menü ohne Weinbegleitung für je 49,-€ ist auf diesem Niveau schon ein sehr tolles Angebot. Vor allem in München! Serviert wurde folgendes:

  • 1. GANG
    Lauwarmer Ziegenkäse auf Rote-Gelbe-Beete Salat
  • 2. GANG
    Bretonischer Seeteufel auf Süßkartoffel-Püree mit Vanille-Beurre-Blanc
  • 3. GANG
    Barbarie Entenbrust mit Gewürz-Rotkohl & Maronen
  • 4. GANG
    Weißer-Bitter-Schokoladen-Kuchen mit Beeren-Parfait

Der Ziegenkäse war wirklich in einem tollen Reifestadium und wahnsinnig aromatisch, auch wenn ich diese Kombination schon des Öfteren gegessen habe in letzter Zeit, war diese hier mein absoluter Favorit! Der bretonische Seeteufel war schön fest im Biss, duftete herrlich und ergänzte sich hervorragend mit den süß-sauren Beilagen. Die Entenbrust war schön rosé auf den Punkt gegart mit knusprig-saftiger Kruste und hatte ein tolles Aroma, welches durch den Fond nochmal unterstützt wurde. Der Gewürzrotkohl und die Maronen wurden in einem ausgebackenem Filoblatt serviert. Der reiche Schokokuchen und das Beeren-Parfait, dessen Konsistenz wirklich bahnbrechend cremig und luftig war, wurde zusammen mit einer schokolierten Erdbeere angerichtet. Die Dame bekam die mit der Weißen und der Herr, die mit der Edelbitter-Schokolade überzogene Erdbeere. Der empfohlene Rotwein passte erstaunlich gut zu allen Gängen, trotz der Leichtigkeit und dem beerigen Bouquet.  Am Ende waren wir gut gesättigt und überrascht, dass wir kein unangenehmes Gefühl der Schwere empfanden. Die Portionen waren perfekt abgestimmt.

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FAZIT:

Dieses Dinner wird mir noch länger in Erinnerung bleiben. Wir hatten einen tollen Service und eine abwechslungsreich intime Atmosphäre, auch wenn man das Interieur nach meinem Geschmack etwas heller gestalten könnte. Wir fühlten uns rund um wohl und das Essen war frisch und gekonnt zubereitet. Das „Le Barestovino“ ist wirklich jedem zu empfehlen, der sich gehobene Küche zu fairen Preisen wünscht. Im Nachhinein bin ich immer noch etwas geflasht von diesem Preis-/Leistungsverhältnis. Ich finde es einfach grandios, dass man so etwas in München noch finden kann. In meinen Augen waren die pinken Wassergläser zur bordeauxroten Wand und den grauen Tischdecken der einzige Fauxpas an diesem Abend. Aber darüber denkt man nach diesem einmaligen und perfekt abgestimmten Geschmackserlebnis nicht mal mehr im Ansatz nach.

Da bleiben mir nur die Worte „CHAPEAU!“ an das „Le Barestovino“.

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